»Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« – Grund und Inhalt der Anklage werden K. verschwiegen, je mehr er seine Unschuld beteuert, desto tiefer gerät er in das grauenhafte Labyrinth einer surrealen Bürokratie. Sein Prozess schleppt sich dahin, nicht einmal der alte Advokat Dr. Huld, der die besten Kontakte zum Gericht hat, kann ihm helfen. Das Zentrum der juristischen Macht bleibt rätselhaft und verschlossen. Eines Tages wird er in einen Dom gebeten, wo ihm der Gefängniskaplan die berühmte Geschichte vom Torhüter und dessen Gesetz erzählt. Mit dem Satz »Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn« scheint das Schicksal von K. besiegelt.
Franz Kafkas Meisterstück ist eine Parabel auf ein System von Gewalt und Willkür in einer anonymen, bürokratischen und sinnentleerten Gesellschaft. Dieses Schlüsselwerk der Moderne hat nichts an Aktualität verloren. Oszillierend zwischen Grauen und Komik entwickelt die Geschichte des unschuldigen Herrn K. eine Sogwirkung, die einem Kriminalroman gleichkommt und dabei metaphysische Dimensionen prophetisch auslotet.
Franz Kafka - Autor
Steffen Höld - Regie
Georg Lindorfer - Bühne