An einem drückend heißen Sommertag wird bei einem Dorf nicht weit von Zürich der Leichnam eines kleinen Mädchens gefunden. Kommissär Matthäi soll wenige Tage später ins Ausland versetzt werden, dennoch übernimmt er zunächst die Untersuchung. Ein Schuldiger scheint auch schnell gefunden zu sein: Der Hausierer, der die Leiche entdeckt hat, bietet sich als Verdächtiger geradezu an. Als er nach einem auszehrenden Verhör den Mord gesteht und sich anschließend erhängt, scheint der Fall für alle zu einem befriedigenden Abschluss gekommen zu sein. Doch Matthäi zweifelt an der Eindeutigkeit der Schuldlage. Er hat der Mutter des Mädchens bei seiner Seligkeit versprochen, den Mörder zu finden. Dieses Versprechen lastet nun wie ein Fluch auf ihm. Er nimmt die Suche nach dem wahren Mörder mit einer ungekannten Leidenschaft wieder auf – eine Leidenschaft, die ihn schließlich den Verstand kostet.
Friedrich Dürrenmatt erarbeitete »Das Versprechen« 1958, basierend auf seinem eigenem Drehbuch für den Film »Es geschah am helllichten Tag«. Doch anders als im Film verweigert er in der Prosabearbeitung des Stoffs das erlösende Ende. Stattdessen lässt er die in einer desillusionierten Welt angesiedelte Handlung mit einer »schäbigen Pointe« enden.
Friedrich Dürrenmatt - Autor
Markus Keller - Regie
Peter Aeschbacher- Bühne