In geradezu rasanter Weise hat Roy Hargrove die Stufen zum Olymp der Jazzmusiker erklommen, nachdem er sich 1987 als 17jähriger bei einem Konzert in Fort Worth/Texas mit Wynton Marsalis auf der Bühne messen durfte.
Diese Begegnung mit dem Guru der Neotraditionalisten im Caravan of Dreams Art Center in Fort Worth war für den jungen Trompeter der erste große Schritt in Richtung seiner internationalen Karriere. Nach einem kurzen Studienaufenthalt am Berklee College of Music (1988/89), spielte der aufstrebende Hargrove im Dezember 1989 u.a. mit den Veteranen Al Foster und John Hicks für Novus sein Debütalbum ein, das den äußerst passenden Titel "Diamond In The Rough" trug - denn der damals gerade einmal 20jährige Protagonist war in der Tat ein "ungeschliffener Diamant".
Weitere vier Alben sollten Schlag auf Schlag für das Novus-Label folgen: "Public Eye" (1990), "The Tokyo Sessions" (1991), "The Vibe" (1992) und "Of Kindred Souls" (1993). Jedes einzelne konsolidierte Hargroves Ruf, die neue Speerspitze der "Young Lions", jener Hüter und Bewahrer des traditionellen Jazz, zu sein. Nicht von ungefähr schrieb der bekannte Kritiker Gary Giddins 1993 in der Village Voice:
"Hargrove ist der beste Jazztrompeter seit Wynton Marsalis und der aufregendste seit Freddie Hubbard."